08.07.2010

 

Embryonenschutz und Regelung von Spätabtreibungen sind unzureichend

Die Junge Union Oberbayern fordert eindeutigen Schutz des ungeborenen Lebens. Die Entscheidung des 5. Strafsenats des Bundesgerichtshofs zur Präimplantationsdiagnostik schafft eine Aufweichung des Lebensschutzes.


Die neue Regelung erlaubt es im Reagenzglas gezeugte Embryonen auf eine Erbkrankheit zu untersuchen und so eine Vorselektion zu treffen. Behinderte Kinder werden aussortiert. „Es steht niemandem zu über ein anderes Leben zu urteilen ob dieses lebenswert ist oder nicht. Es darf auch nicht alles erlaubt sein, was medizinisch machbar ist. Die Grenzen müssen  klar definiert werden" fordert der JU-Bezirksvorsitzende Christian Hümmer.

 

Die Entscheidung des BGH bedeute zudem einen Dammbruch auf dem Weg zur Erschaffung von  Designerbabies mit bestimmtem Geschlecht, Haarfarbe oder anderen Merkmalen, die sich die Eltern wünschen. Der Mensch ist kein Produkt, das man sich nach seinen Vorstellungen konstruieren dürfe. Die unveräußerliche Menschenwürde gilt für das ungeboren wie für das geborene Leben, so Hümmer weiter.

 

"Die Überarbeitung des Embryonenschutzgesetzes ist eine Aufgabe der Bundesregierung in dieser Legislaturperiode.“ Die CDU/CSU habe sich während ihrer mittlerweile 5-jährigen Regierungszeit nur halbherzig zum Schutz des Lebens bekannt, und keine Anstrengungen unternommen, das bestehende Embryonenschutzgesetz von 1990 zu novellieren. 

 

In diesem Zusammenhang müsse dringend auch die Regelung zur Spätabtreibung neu diskutiert werden, ergänzt der JU-Bezirksvorsitzende. Jedes Jahr würden in Deutschland mehrere hundert Kinder in der Spätschwangerschaft auf Grund von Krankheiten zunächst im Mutterleib getötet und anschließend abgetrieben. Dabei sei die Indikation nicht auf Fälle beschränkt in denen die Kinder nach der Geburt nicht lebensfähig wären oder das Leben der Mutter in  Gefahr ist. Vielmehr handelt es sich dabei sogar um Kinder die zum Zeitpunkt der Abtreibung bereits überlebensfähig seien. Andere „Frühchen im gleichen Alter werden mit allen Mitteln der modernen Medizin am Leben erhalten – diese werden wegen einer Behinderung getötet.

 

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